Arbeitsgem. der Seniorinnen und Senioren


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Senioren besuchten das Kloster Arnstein

Die Arbeitsgemeinschaft 60 plus der SPD Vallendar besuchte am 20. Juni das Kloster Arnstein bei Obernhof an der Lahn. Trotz widrigem Wetter fanden sich 20 interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger zusammen , um die Führung im Kloster durch Pater Bornefeld zu erleben. In ruhiger, gelassener Art erklärte Pater Bornefeld den Werdegang des Klosters, die Arbeit der Priester und die Besonderheiten der Anlage. Das Kloster entstand im 11.Jh. aus einer Burganlage heraus, die Sitz der Grafen zu Arnstein war. Die Burg wurde aufgegeben, der Burgherr trat in den damaligen Orden der Prämonstratenser ein, seine Frau ging in ein Frauenkloster, die Burg Arnstein wurde teilweise abgerissen und nach und nach im 12 Jh. durch eine romanische Klosterkirche ersetzt. Im Laufe der Zeit ist durch die verschiedenen Äbte der Klostergemeinschaft die Kirche vergrößert, sowie den damaligen Bau- und Kunstrichtungen gemäß, mit gotischen Fenstern und Decken versehen worden. Das Chorgestühl und der Fliesenboden stammen noch aus der Zeit um 1200. In den früheren Zeiten wurde streng getrennt zwischen den geistlichen Herren und den einfachen Brüdern. Die hohe Geistlichkeit betrat die Kirche vom separaten Wohn-und Aufenthaltsbereich über einen Kreuzgang um acht -mal am Tage die vorgeschriebenen Gebete und Rituale abzuhalten. Die Brüder, die hauptsächlich in den Gärten und Werkstätten arbeiteten, mussten über einen abgetrennten Gang die Kirche zu den Gottesdiensten durch das „Paradies“ ,eine Art Windfang, betreten. Dieser Gang ist heute der Hauptzugang und vermittelt dem Besucher die strengen Vorgaben im damaligen Klosterleben. Auch ist hier eine Gedenktafel für den früheren Superprior Pater Alfons Spix angebracht, der 1942 von der Gestapo verhaftet wurde. Er gestattete damaligen polnischen Zwangsarbeitern am Gottesdienst teil-zunehmen. Pater Spix starb im Konzentrationslager Dachau. Hinter dem Haupteingangstor, mit Kunstschmiedearbeiten aus dem 12. Jh., ist ein unscheinbares Engelsgesicht in einen Pfeiler eingemeißelt , ebenfalls aus der Zeit stammend. Der freundliche, steinerne Engel begrüßt die Besucher immer mit dem gleichen Ausdruck im Gesicht, statt eines je nach Laune veränderlichen , menschlichen Wesen. Hier beginnt Ruhe und Frieden. Im Zuge der Säkularisierung wurde das Kloster 1803 aufgehoben. Ab 1919 wiederblegt, gehört heute das Kloster Arnstein der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu (SSCC) an und wird von 4 Padres und einem Bruder bewohnt und mit Hilfe einiger Angestellten verwaltet. Nach der Führung kehrte die Besuchergruppe in einem schönen Lokal in Weinähr ein , wo der gelungene Tag in fröhlicher Runde ausklang.