Arbeitsgem. der Seniorinnen und Senioren


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Besuch einer Synagoge

 

Im Rahmen der Aktion „Zeitzeugen berichten“ besuchte die Arbeitsgemeinschaft 60 plus der SPD Vallendar die Synagoge in Koblenz.

Eine stattliche Teilnehmerzahl zeigte wie groß das Interesse an dieser Veranstaltung war. Von Herrn Dr. Heinz Kahn wurde zuerst die Geschichte der Juden in und um Koblenz erklärt, die nachweislich bis zum Jahr 1149 zurückreicht. Die jüdische Gemeinde unterlag aufgrund wechselnder politischer Herrschaften großen Schwankungen und wurde dann durch die Nationalsozialisten völlig aufgelöst. Erst ab 1945 entstand langsam eine neue Gemeinde, die auch den näheren Umkreis von Koblenz betreut.

 

 

 


Im zweiten Teil seines Vortrages schilderte dann Dr. Kahn in einem erschütternden Bericht sein Leben als Jude im Nazi-Deutschland.
Schon als Schüler stets benachteiligt, musste er das Gymnasium verlassen und durfte auch nicht eine reguläre Lehre beginnen. Bei Bekannten oder Freunden der Familie konnte er aber auf verschiedenen technischen Gebieten Fähigkeiten erwerben, die ihm später sehr nützlich waren.
1943 wurde die ganze Familie verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz verschleppt. Von den etwa 3000 Deportierten wurden gleich 2100 abgesondert und kamen in die Gaskammer. Heinz Kahn wurde als einziger seiner Familie einem Arbeitskommando zugeteilt und durfte überleben. Aufgrund seiner Geschicklichkeit und Umsicht bekam er besondere Privilegien wie Krankenpfleger, Schreiber oder Bote und konnte so auch einigen anderen Häftlingen Erleichterungen verschaffen. Im Januar 1945 wurde Kahn nach Buchenwald verschleppt und arbeitete dort im „Sektionskommando“.

 

 

 


Im April 1945 kommt Heinz Kahn frei, als amerikanische Soldaten in Buchenwald eintreffen.
Die Lebensgeschichte des Dr. Kahn hielte die Zuhörer im Bann und alle waren tief bewegt und betroffen vom Schicksal dieses Zeitzeugen.

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