Neujahrsempfang der Vallendarer Sozialdemokraten

Veröffentlicht am 11.01.2012 in Aktuell

Neujahrsempfang mit Rudolf Scharping (4. von links)

Politik in schwerem Fahrwasser: unter diesem Motto veranstaltete die Vallendarer SPD am vergangenen Sonntag ihren traditionellen Neujahrsempfang. Nicht nur die Rheinschifffahrt hat zurzeit mit turbulenten Wasserpegeln zu kämpfen, auch in der Politik sind mal wieder große Stimmungsschwankungen festzustellen. Euro-Finanzkrise und unsägliche Personalquerelen setzen dem Bürger zu und fördern die allgemeine Politikverdrossenheit. Der ehemalige rheinlandpfälzische Ministerpräsident und Verteidigungsminister Rudolf Scharping kam auf Einladung der Vallendarer Sozialdemokraten zum Neujahrsempfang in das „ Alte Haus „Auf´m Nippes“.

„Europa ist bei den Bürgern nicht besonders populär“, betonte Ehrengast Scharping zu Beginn seiner Neujahrsansprache. Dabei ist Europa gerade für Deutschland als Exportland von größter Bedeutung. 70 Prozent deutscher Produkte werden innerhalb des europäischen Marktes vertrieben. Da Deutschland jedoch nur etwas mehr als ein Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, ist es für unsere Wirtschaft wichtig, sich intensiv auf die Stärken und die Zukunft auszurichten. Europa macht gerade mal 6 % der Weltbevölkerung aus, bringt jedoch 1/3 der Weltwirtschaftleistung auf. Deutschland hat daran einen großen Anteil. „Ein Grund mit unserem Land zufrieden zu sein“, betonte der SPD-Politiker Scharping. Als Gastprofessor in den USA erfuhr er auf Nachfrage von internationalen Studenten, dass diese sich sehr gut vorstellen könnten, aufgrund der positiven Lebensbedingungen in Europa und besonders in Deutschland leben zu wollen. Im internationalen Vergleich sind wir in Europa gut aufgestellt. Trotz großer Probleme hat Europa ein riesiges Potenzial, für das es sich lohnt zu kämpfen.
Landtagsabgeordneter Dieter Klöckner und Vorsitzender der Vallendarer Sozialdemokraten betonte, dass Politik vor Ort oft mühsam sei und viel Geduld brauche. 2012 ist ein wahlfreies Jahr. Gelegenheit, sich besonders auf die politischen Aufgaben auf kommunaler Ebene zu konzentrieren. Dr. Matthias Rest sprach für die SPD-Verbandsgemeindefraktion die Schwierigkeiten an, die durch bestimmte Medien das Bild der Politiker beeinträchtigen und die Arbeit vor Ort nicht leichter machen. Die Distanz der Leute zu Politikern wird immer größer. Dabei wird leider oft vergessen, dass auf kommunaler Ebene viele ehrenamtliche Politiker ausgezeichnete Arbeit leisten.
Fred Pretz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar, appellierte an die verantwortlichen Politiker in den Räten, gemeinsam zum Wohle der Verbandsgemeinde Vallendar zu entscheiden. Er hob in seiner Ansprache die Bedeutung Vallendars als Hochschulstadt hervor. Unsere Heimatstadt hat neben den beiden Hochschulen weitere bedeutende Einrichtungen wie das Berufsförderungswerk, die Neurologische Klinik, die Pallottiner sowie Schönstatt aufzuweisen. Das ist weit über die Grenzen hinaus ein Novum.
Im Rahmen des Neujahrsempfangs erhielt Rudolf Scharping als Verteidigungsminister a.D. den Ehrenpreis der „Minenwölfe“ für seine weitsichtige Entscheidung, die humanitäre Technologie aus Vallendar für Panzer-, Personen- und Splitterminen durch die Bundeswehr in Koblenz und Meppen erproben zu lassen. Diese Möglichkeit war die Basis für die Realisierung der MinenWolf-Systeme. Erfinder Dipl.Ing. Heinz Rath aus Vallendar erläuterte das Engagement für den Frieden und die Minenräum-Technologie der Minenwolf-Systeme. Nach UNO- und UNICEF-Informationen liegen in 50 Ländern der Welt etwa 70 Mio. Minen. "Vergrabene Killer", die Menschen verstümmeln oder töten und oft die gesamte Infrastruktur der Länder zerstören. Minenräum-Technologie "MinenWolf" aus Rheinland-Pfalz ist seit Jahren in erfolgreichem, weltweitem Einsatz mit 50 Maschinen - in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Serbien, Angola, Sudan, Kolumbien, Chile, Jordanien, Libanon, Irak und Afghanistan.
Helena`s Musikschule präsentierte mit den beiden 10jährigen Pianistinnen Anna Zuev und Julia Preygerman zwei junge Künstlerinnen, die im Herbst letzten Jahres den zweiten Platz des internationalen Steinway-Klavierwettbewerbs in Hamburg gewannen. Ihre Lehrerin Oljane Breitscheid hatte mit den beiden Mädchen das Klavierstück „Tarantella“ von Valery Gavilin ausgewählt. Der AWO-Kinderchor R(h)einstimmchen sang die kleine Nachtmusik.
Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung wurde die Gelegenheit für nette Gespräche genutzt.

Text: Ingrid Meyer-Haake

 
 

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