Alfred Löhning: Neue Stadthalle Herzensanliegen|Parteiloser Bürgermeisterkandidat sucht vorbehaltslos den Dialog

Veröffentlicht am 13.05.2009 in Aktuell

W. Heitmann, D. Klöckner, F. Pretz, A. Löhning und Peter Stäblein

Bei der zweiten thematischen Veranstaltung der SPD Vallendar gemeinsam mit dem parteilosen Bürgermeisterkandidaten Dr. Alfred Löhning, dem Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion Dieter Klöckner (MdL), Verbandsbürgermeister Fred Pretz und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereinsrings Peter Stäblein ging es um die neue Stadthalle. Die Podiumsdiskussion, moderiert von Björn Barz, stellvertretender Chefredakteur TV-Mittelrhein, sollte in erster Linie dazu dienen, gemeinsam mit den Vertretern zahlreicher Vallendarer Vereine und Vallendarer Bürgerinnen und Bürgern zu erörtern, nach welchen Gesichtspunkten eine neue Stadthalle konzipiert werden müsse. Am Ende der Veranstaltung war allen Anwesenden klar, dass es hinsichtlich der Stadthalle auf den neuen Stadtrat und auf den neuen Bürgermeister ankommen wird: Alle müssen an einem Strang ziehen, ohne parteipolitische Vorbehalte. Es wurde aber auch klar, dass die Zeit drängt: Nur für fünf Jahre stellt das Land Rheinland-Pfalz eine Förderung von 70 Prozent (Regelförderungssatz solcher Projekte 30%) in Aussicht. Bereits ein Jahr ist verstrichen.

Zu Beginn zeigte Verbandsbürgermeister Fred Pretz die Historie der alten Stadthalle auf und besonders die teilweise nur notdürftigen Sanierungsmaßnahmen seitens der Stadt Vallendar. Gleichzeitig wies er auf die Bedeutung der Stadthalle als Aushängeschild für Vallendar hin. Peter Stäblein vom Vereinsring lobte vor dem Hintergrund des Zustandes der Stadthalle das Pächterehepaar Uschi und Uwe Hoffmann. „Trotz all der Mängel an Elektrik und hinsichtlich des Platzangebots leisten sie Erstaunliches und verzichten sogar auf ihren freien Tag in der Woche. Auch die Koordination von bis zu 20 Vereinen, die wöchentlich in der Stadthalle proben möchten und müssen, managen sie mit Bravour“, so Stäblein.




Fünf Jahre sind keine Ewigkeit
Auch Alfred Löhining ist sich der Problematik des Faktors Zeit bewusst. „Als Bürgermeister sehe ich hier eine meiner vorrangigen Aufgaben, die Planungen und den Bau der neuen Stadthalle voranzubringen. Hier braucht es einen Bürgermeister, der über den Parteien steht, der mit gesundem Menschenverstand von außen an die Sache herangeht und den Dialog mit allen Beteiligten sucht, egal welcher Couleur. Als parteiloser Bürgermeister bin ich weder durch vergangene Diskussionen und parteipolitische Streitigkeiten gebrandmarkt und vorbelastet, noch bin ich keinem Zwang von irgendeiner Seite unterworfen. Ich fühle mich nur dem Gemeinwohl aller Vallendarer Bürgerinnen und Bürger und seiner Vereine verpflichtet“, so Dr. Alfred Löhning.

Dimensionen am Bedarf ausrichten
Alle Beteiligten stimmten darüber ein, dass eine neue Halle hinsichtlich der Proben und Veranstaltungen der Vallendarer Vereine so geplant werden müsse, dass sie eine großtmögliche Schnittmenge der Interessen aller Vereine sowie der Vallendarer Hochschulen gefunden werden muss. „Ich denke, dass wir uns bei dem Platzangebot in den Dimensionen von 600 bis 1.000 Personen bewegen werden“, so Fred Pretz, der gleichzeitig darauf hinwies, dass endgültige Zahlen erst dann vorliegen könnten, wenn geklärt sei, welchen Bedarf die Vereine und auch die beiden Hochschulen und Schönstatt habe. „Auch Schönstatt hat berechtigte Interessen an einer Halle angemeldet, in der beispielsweise Pilger in größerer Zahl Mittagessen können“, so Pretz weiter, der in diesem Zusammenhang auch auf eine Erweiterung der Stadthalle mit einem Kongresskomplex nachdachte.




Die Frage nach der Gastronomie
Auf die Frage, wie eine Bewirtung in der der neuen Halle aussehen könnte sprach sich Alfred Löhning für einen professionellen Pächterbetrieb aus, wie man es aus der jetzigen Halle her kenne und schätze. „Die neue Halle soll nicht nur optisch ein Teil der Visitenkarte Vallendars werden. Nur wenn die Gastronomie stimmt, wenn man auch während größerer Veranstaltungen gut und schnell bedient wird, kommen die Bürgerinnen und Bürger gerne“, so Löhning, der sich in diesem Zusammenhang skeptisch gegenüber einer in Eigenregie der Vereine stattfindenden Bewirtung aussprach: „Die Vereine in Vallendar sind sehr gut organisiert und leisten erstaunliches. Aber ich denke, dass es auch ihnen zugute kommt, wenn sie sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können und sich keine Gedanken über die Bewirtung ihrer Veranstaltungen machen müssen. Die Vereine müssten dann zusätzliche Helfer organisieren, für die Getränke und ähnliches in Vorkasse treten, es später abrechnen und und und. Ich denke, jeder Verein wird dankbar für eine dauerhafte Gastronomie durch Pächter sein.“

Belegung der Halle – Wer entscheidet?
An diesem Abend wurde auch besprochen, wie die Belegung der neuen Halle erfolgen könnte. Bedenken gibt es von vielen Seiten darüber, dass die Vallendarer Vereine zu kurz kommen könnten, da auch die WHU Interesse an einer Nutzung angemeldet hat. „Jedem muss klar sein, dass wir die 70 Prozent Förderung durch das Land nur im Rahmen der Sicherung der WHU am Standort Vallendar erhalten haben. Wir müssen der WHU dankbar sein, dass sie sich nachhaltig für Vallendar entschieden hat und Standorten wie Madrid oder Berlin eine Absage erteilt hat. Natürlich hat die WHU ein Interesse an einer neuen und größeren Halle und natürlich weiß man auch, wie wichtig die neue Halle für die Vallendarer Vereine ist. Keiner ist daran interessiert, hier einen Konflikt zu haben – ganz im Gegenteil. Außerdem wäre das Veranstaltungsaufkommen der WHU eher gering im Vergleich zu den Vereinen“, so Fred Pretz. Gleichzeitig wurde daran erinnert, dass Kurt Beck auf Bemühen von Dieter Klöckner zwei Mal die WHU besucht hatte. Daraufhin machte der Ministerpräsident die durch die Erweiterung notwendigen Infrastrukturmaßnahmen zur Chefsache. Es wurde auch der Vorschlag diskutiert, ob nicht ein Gremium aus Vereinen, der Hochschulen und des neuen Pächters bei der Vergabe der Termine und möglichen Konflikten eingesetzt werden sollte. Ein solches Gremium, das einmal im Jahr zusammentreten könnte, stieß bei allen Anwesenden auf große Zustimmung.

Kostenfreie Nutzung für Vereine
Hinsichtlich etwaiger Kosten für die Nutzung der neuen Halle sprach sich Dieter Klöckner mit Nachdruck dafür aus: „Auch die Vereine haben mit sinkenden Einnahmen zu kämpfen. Für unsere Gemeinde sind sie unerlässlich und ein ganz entscheidender Faktor im Zusammenleben der Menschen. Daher spricht sich die SPD mit Nachdruck für eine kostenfreie Nutzung der neuen Halle für die Vallendarer Vereine aus.“

Dimensionen, Standort und Architektenwettbewerb
Alle Podiumsdiskussionsteilnehmer waren sich darüber einig, dass endgültige Aussagen über Dimensionen der Halle erst dann getroffen werden könnten, wenn eine genau Bedarfsanalyse gemeinsam mit den Vereinen, den Hochschulen und auch dem zukünftigen Pächters erfolgen könne. Hinsichtlich des Zeitfaktors wies Pretz darauf hin, dass die abenteuerlichen Pläne der CDU hinsichtlich der hochwasserfreien Anbindung der Insel Niederwerth mittels eines Kreisels den Bau der Stadthalle ebenfalls verzögern würden. „Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse des LBM, die in den nächsten Tagen vorliegen werden“, so Pretz. Dr. Löhning sprach sich nachdrücklich für einen Architektenwettbewerb aus, um im fairen und offenen Wettbewerb auch optisch das bestmögliche Konzept einer Stadthalle zu erhalten. „Schließlich soll das gesamte Gebiet zu einem Eingangstor in die Vallendarer Innenstadt und zur Hellenstraße werden.“

Was passiert mit der alten Stadthalle?
Alfred Löhning wies darauf hin, dass endgültige Aussagen hinsichtlich der alten Stadthalle erst dann getroffen werden könnten, wenn die neue Halle fertig und nutzungsbereit sei. „Aber ich kann mir bei einem tragfähigen Konzept vorstellen, die alte Halle als Vereinsheim weiterhin zu nutzen. Nur muss hier auch jedem klar sein, dass bei einer weiteren Nutzung der alten Stadthalle – wie auch immer – Kosten für eine Grundsanierung fällig werden“, so Alfred Löhning, der auch darüber nachdachte, in wie weit für Jugendliche in der neuen oder einer weiterhin genutzten alten Stadthalle Räumlichkeiten geschaffen werden könnten. „Ich favorisiere ganz klar eigene Räumlichkeiten für Jugendliche, wo sie ungestört sein können und sich die Räume so herrichten können, wie sie es für richtig halten. Daher würde ich den Jugendbahnhof gerne in städtischen Besitz sehen und hier dauerhaft für Jugendliche Räumlichkeiten schaffen. Schon heute wird hier eine hervorragende Jungendarbeit geleistet“, so Löhning weiter. Im Namen der Vereine appellierte Peter Stäblein noch einmal eindringlich an die politisch Verantwortlichen: „ Die Vallendarer Vereine brauchen dringend eine neue Stadthalle. Ich appelliere daher im Namen der zwanzig Vallendarer Vereine an alle Parteien im Rat, schnellstmöglich die Planung und Realisierung der neuen Halle unter Einbindung der Vereine voranzutreiben und bei den anstehenden Entscheidungen parteiübergreifend zum Wohle aller zusammenzuarbeiten. Die Vereine und Bürger werden es ihnen danken!“


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