Bürger: „Erhaltet uns die Kaiser-Friedrich-Höhe und das Gassenwäldchen“!

Veröffentlicht am 10.07.2007 in Kommunales

Noch ist nichts beschlossen, noch wird die Zukunft von Gassenwäldchen und Kaiser-Friedrich-Höhe in den kommunalen Gremien beraten. Doch schon sind viele Bürger sensibilisiert, wollen wissen, was geschehen soll, wollen sich einmischen.

Zu einem Treffen vor Ort hatten die SPD-Fraktionen von Stadtrat und Verbandsgemeinde sowie der SPD-Vorstand eingeladen. Trotz drohendem und dann auch ausbrechendem Gewitter waren über fünfzig Bürgerinnen und Bürger am 2. Juli gekommen und trotzten unter dem Vordach der Gaststätte dem Wolkenbruch.

Die Konfliktsituation sei, so erläuterten der Vorsitzende der Stadtratsfraktion MdL Dieter Klöckner und die Vorsitzende der Verbandsgemeinderatsfraktion Brigitte Heitmann-Weiß, dass die Kreisverwaltung beabsichtige, die Bereiche Kaiser-Friedrich-Höhe und Gassenwäldchen als Geschützten Landschaftsbereich auszuweisen, es dagegen aber starke Widerstände von Interessengruppen gäbe, die diese Flächen lukrativ für Wohnbebauung vermarkten wollten.

Die einhellige und sehr bestimmte Auffassung der versammelten Bürgerinnen und Bürger war: „Erhaltet uns die Kaiser-Friedrich-Höhe und das Gassenwäldchen“; denn die Bergkuppe mit seinem Baumbestand bestimme wesentlich das Landschaftsbild im Eingangsbereich zum Welterbe Mittelrhein und dürfe allein daher nicht weiter bebaut werden; die Fläche ergänze zudem die sich südlich anschließenden Grünflächen einschließlich des Panoramaweges und sei deshalb wichtig für die Naherholung. Solche attraktiven Flächen dürfen nicht für den kurzfristigen Profit geopfert werden. Selbstverständlich, so Verbandsgemeinderatsmitglied Dr. Matthias Rest, müssen in exponierten Lagen, wie sie Kaiser-Friedrich-Höhe und das Gassenwäldchen darstellen, auch Aussichten ins Rheintal gewährleistet werden; solche Schneisen und Ausblicke dürfen jedoch nicht auf Kosten des alten Baumbestandes gehen; der Köder „Aussicht“ rechtfertige auf keinen Fall, alle Bäume zu stutzen oder gar abzuholzen.

Überzeugt waren alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, dass die Bäume bei einer weiteren Bebauung nicht zu schützen wären, auch wenn es gegenteilige Versprechungen oder Festsetzungen in einem Bebauungsplan gäbe; denn über kurz oder lang käme der Druck, die Bäume zu entfernen, da sie die Sicht behindern oder bei Stürmen eine Gefahr darstellen würden. Die mehr als 100 Jahre alten Eichen auf der Kaiser-Friedrich-Höhe gehören aber zu der Eichengruppe, die im Zuge der Errichtung des Kaiser Friedrich Turms (Einweihung am 11. Mai 1899) gepflanzt worden sind und somit zugleich mit dem Turm auch ein historisches Ensemble bilden.

Selbstverständlich hoffen alle darauf, dass es bald wieder eine attraktive und florierende Gastronomie auf der Kaiser-Friedrich-Höhe geben wird. Man ist sich auch sicher, dass eine neue Gastronomie zu einem attraktiven und sich für alle lohnenden Anziehungspunkt gestaltet werden könnte. Gleichzeitig war man aber auch der festen Überzeugung, dass eine zu nah herangerückte Wohnbebauung zu Problemen führen wird und der Existenz einer solchen Gastronomie den Garaus machen könnte, wenn beispielsweise der Biergarten schon früh aufgrund von Protesten der nahen Anwohner schließen müsste.

Es sei unverantwortlich, meinte ein weiterer Teilnehmer, im Kurvenbereich der Jahnstraße unterhalb der Kaiser-Friedrich-Höhe neue Anbindungen, insbes. zur Erschließung einer Wohnbebauung im Gassenwäldchen, zu schaffen Denn schon jetzt sei der Bereich hier ein Unfallschwerpunkt. Auch, so eine weitere Teilnehmerin, habe der Baumbestand im Gassenwäldchen und auf der Kaiser-Friedrich-Höhe eine herausragende Klimafunktion und sei für die Anwohner ein wichtiger Lärm- und Wetterschutz. Sigrid Heuer, Vorsitzende der INUS, ergänzte, dass einige Eichen dank ihres Alters und Umfanges als Naturdenkmal ausgewiesen werden sollten und es Jahrzehnte dauere, bis Eichen wieder zu so stattlichen Bäumen herangewachsen seien.

Es sei nicht zu verstehen, dass auch hier noch gebaut werden solle, zumal schon viele Häuser leer stehen würden und es geplant sei, auch auf dem Stadion Bergfeld Wohnbauten zu errichten. Mit einem Verlust dieser attraktiven Grünbereiche wolle und könne man sich nicht abfinden. Ein Teilnehmer erinnerte daran, dass vor vielen Jahren die beabsichtigte weitere Bebauung der Rheinhänge unterhalb des Hofguts Remy dank einer starken Bürgerinitiative verhindert werden konnte, und gab so der Bürgerversammlung Hoffnung.

Veröffentlicht in RZ (10.7.07), Blick aktuell Nr. 28/2007 (12.7.07) und HE Nr. 28/2007 (12.7.07)

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