Bürgergespräch auf dem Wüstenhof mit Dr. Alfred Löhning

Veröffentlicht am 23.04.2009 in Aktuell

Nicht nur Bewohner des Gumschlags waren gekommen, um Dr. Alfred Löhning und dessen politische Vorstellungen kennen zu le

Viele gute und konkrete Vorschläge und ein Antrag der Vallendarer Bürgerinnen und Bürger waren das Ergebnis der zweiten Informationsveranstaltung von Dr. Alfred Löhning. Gemeinsam mit der SPD Vallendar hatte der parteilose Stadtbürgermeisterkandidat auf den Wüstenhof eingeladen. Wie schon beim ersten Bürgergespräch im Mallendarer Backes waren zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger der Einladung gefolgt. In den Bürgergesprächen möchte sich Alfred Löhning in erster Linie ein genaues Bild über die Sorgen und Nöte der Vallendarer verschaffen und sich vorstellen. „Die besten politischen Absichten nützen nichts, wenn man diese am Bürger vorbei plant. Schließlich soll Politik dem Bürger dienen und dessen Leben in seiner Gemeinde lebenswerter gestalten“, so Löhning am Rande der Veranstaltung.

Wie ereignisorientiert diese Gespräche seien, zeige ein erster konkreter Antrag der SPD Arbeitsgemeinschaft Mallendar, der gemeinsam mit Alfred Löhning auf den Weg gebracht wurde. Unmittelbar nach dem Gespräch war ein Antrag erarbeitet worden, in dem ein realisierbarer barrierefreier Zugang zum Backes gerade für ältere, immobile Bürgerinnen und Bürger zu schaffen gefordert wird.

„Der Gumschlag ist symptomatisch für eine Verkehrspolitik in Vallendar, ganz ohne ein ganzheitliches Verkehrsplanungskonzept. Hieraus erwuchsen viele zunächst kleinere Probleme, die sich heute zu einem ganzen Berg aufschichten lassen“, so Löhning. Und es waren genau diese Probleme, die Löhning von den Bürgerinnen und Bürgern an diesem Abend hören sollte:




Eine neu auf den Gumschlag gezogene Bürgerin sprach ein solches Problem direkt an: Die nicht vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten auf dem Berg. „Das ist in der Tat ein großes Problem auf dem Gumschlag, für alle Bewohnerinnen und Bewohner. Für ältere Mitbürger und junge Mütter mit Kinderwagen oder Kleinkind ist der Weg in die Stadt oft nur mühsam und zeitraubend zu bewältigen. Mir schwebt hier die Errichtung einer Kleinbusverbindung vor, die regelmäßig zu festgelegten Zeiten in die Stadt und später wieder auf den Gumschlag fahren würde für Arztbesuche, Einkäufe, Besuche von Verwandten und Freunden oder auch nur für einen Kaffeeplausch Die Kosten wären überschaubar und würden sich tragen, wenn sich die Stadt und Verbandsgemeinde Vallendar daran beteiligen würde“, so Löhning. Zwar sei vor einigen Jahren ein Anruf-Sammeltaxi erfolglos eingestellt worden, aber man müsse hierbei bedenken, dass diese Einrichtung aufgrund des Systems nicht angenommen wurde und die Bewohner Vallendars inzwischen deutlich älter geworden seien. „Vallendar ist dem bundesdeutschen, demographischischen Trend im Durchschnitt um 20 Jahre voraus. Dem muss man politisch Rechnung tragen“, so Löhning weiter. Und in der Tat entzündete sich gerade am Thema ÖPNV und Gumschlag eine rege Diskussion, bei der viele gute und realisierbare Vorschläge geäußert wurden, die Alfred Löhning zu prüfen versprach.



Dr. Alfred Löhning hörte genau hin, wo den Vallendarer Bürgerinnen und Bürgern der Schuh drückt.

Die Kirchhohl als zentrale Zufahrt auf dem Gumschlag stellte sich als ein weiteres Thema heraus. Erschreckend die Schilderungen einiger Bürgerinnen und Bürger, die berichteten, wie rücksichtslos dort teilweise gefahren werde. Durch das Fehlen eines gewohnt breiten Gehsteigs stünden zudem die Anwohner der Straße gleich auf der Fahrbahn, wenn sie ihr Haus verließen. Der Hinweis, verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Bodenschwellen oder permanente Radarmessungen (Starenkasten) wären in der Vergangenheit aufgrund angeblicher versicherungsrechtlicher Bedenken nicht realisierbar gewesen, löste unverständiges Kopfschütteln aus: „Hier wären einfache Maßnahmen möglich, die eine Beruhigung des Verkehrs dauerhaft nach sich ziehen würden. Beispielsweise die Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit, Geschwindigkeitskontrollen, deutlichere Markierungen oder auch Bodenschwellen“, so Löhning. Hier könne man von so manch kreativen Einfällen in Nachbarländern, beispielsweise den Niederlanden, lernen. Dort würden täuschend echt wirkende Kinderpuppen am Straßenrand postiert, um so dem Autofahrer eine permanent schwelende Gefahr an Straßen vor Augen zu führen. Gerade bei dem Thema Verkehrsberuhigung offenbart sich einmal mehr das Fehlen eines durchdachten verkehrspolitischen Konzeptes. „Ich kann doch einen Turm nicht von der Spitze her anfangen zu bauen. Ich muss erst mal ein Fundament gießen, ein Projekt ganzheitlich betrachten“, so Alfred Löhning, dem von vielen Weggefährten eben diese Fähigkeit zu ganzheitlicher Betrachtung komplexer Sachverhalte zugesprochen wird.



Das abschließende lockere Beisammensein nutzte Alfred Löhning zum persönlichen Gespräch.

Im Zusammenhang mit der Kirchhohl wurde ebenfalls über Möglichkeiten einer neuen und dem Aufkommen nach verkehrsgerechteren Anbindung des Gumschlags an Vallendar gesprochen. Erwähnt wurde eine Variante über den Reginaberg hinunter an die Höhrer Straße. Hierbei sei aber zu bedenken, so Dieter Klöckner, dass es eine sehr steile und vor allem flächen- und kostenintensive Serpentinen-Variante wäre.

Bei so vielen Vorschlägen neuer und bedarfsgerechter Verkehrsführungen wurde die Frage gestellt, wie ein solches Verfahren denn - die Beantragung neuer straßenbaulicher Maßnehmen - überhaupt von Statten gehe und welche Rolle hierbei der Stadtbürgermeister von Vallendar überhaupt einnehme. Dieter Klöckner konnte dezidiert Antwort geben und hatte für die Gäste eine überraschende Offenbarung. „Zunächst obliegt bei Bundes-, Landes- und Kreisstraßen die Planungshoheit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM). Wenn eine Stadt bauliche Veränderungen oder Erweiterungen vornehmen möchte, richtet sie zunächst einen Antrag dorthin und er wird geprüft. Hierbei zählt vor allem eines: Beharrlichkeit und Engagement. Oft werden Anträge im ersten Anlauf abgelehnt. Entweder aus Formfehlern, weil die Begründung nicht überzeugend war oder weil eine Verordnung dem zunächst scheinbar entgegensteht. Ist die Ablehnung juristisch einwandfrei, ist die Sache leider nicht realisierbar. Aber in vielen Fällen ist die Absage nicht endgültig. Hierbei kommt es auf den Bürgermeister an und darauf, mit wie viel Engagement, Elan und Ehrgeiz er die Sache seiner Gemeinde vertritt oder ob er sich nach der ersten Ablehnung zufrieden gibt und sich in der trügerischen Gewissheit wähnt, er habe alles versucht. Ich muss Ihnen leider sagen, dass Bürgermeister Wolfgang Helbach (CDU) dort noch nie, noch niemals beim LBM gesehen wurde und er noch nie persönlich ein Anliegen Vallendars dort vertreten hat. Viel mehr habe ich mich des Eindrucks nicht verwehren können, dass er sehr nachlässig die Belange der Stadt vertritt. Ein Bürgermeister muss gestalten, nicht nur verwalten“, so Klöckner. Gleichzeitig verwies er auf den Besuch von Dr. Alfred Löhning beim LBM im Vorfeld der Veranstaltung „Verkehr(t) in Vallendar“. „Das müssen Sie sich vorstellen: Ein Bürgermeisterkandidat sucht bereits im Vorfeld den Kontakt zu den entscheidenden Behörden und wird bei uns zum Wohle der Stadt vorstellig. Das haben andere, die seit Jahren im Amt sind, bis heute nicht begriffen“, so Klöckner abschließend. In diesem Zusammenhang verwies er auf einen Vorschlag des „Runden Tisches“, der vorsieht an der Autobahn A48 ein Hinweisschild auf die weltweit bekannte Schönstatt-Bewegung zu installieren. Der Landtagsabgeordnete Klöckner hatte sich vehement für die Realisierung eingesetzt und ließ sich auch nach einer ersten Ablehnung durch das LBM nicht zurückschrecken, sondern suchte gemeinsam mit einer parteiinternen Juristin eine Möglichkeit die Verordnungen zu Gunsten der Schönstatt-Bewegung auszulegen. Siehe da: Es wurde eine gefunden und das Schild kann jetzt realisiert werden.

Dr. Alfred Löhning zeigte sich im anschließenden lockeren Beisammensein beeindruckt von der regen Diskussion und den vielen Vorschlägen. Viele setzen auf ihn, der zuhört, vermittelt und ausgleichen kann und dies in der Vergangenheit mehrfach bewiesen hat, die Hoffnung auf ein lebenswerteres Vallendar, in dem keiner vom politischen Prozess ausgeschlossen wird.


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