Die CDU kreiselt...

Veröffentlicht am 03.06.2009 in Pressemitteilung
Schon vor Jahren wurde der LBM beauftragt, eine Straßenzufahrt nach Niederwerth zu planen, die die Insel bei Hochwasser wenigstens einseitig (Richtung Bendorf) an die B42 anbindet. Gleichzeitig soll der höhengleiche Bahnübergang beseitigt werden.

Es sind zahlreiche Untersuchungen – auch Tunnellösungen – durchgeführt worden. Nach sorgfältiger Abwägung wurde die Variante „ Überflieger mit Anbindung im Tankstellenbereich „ vom LBM als die insgesamt günstigste Variante vorgeschlagen. Die Planungen sind inzwischen soweit fortgeschritten, dass der LBM jetzt das Planfeststellungsverfahren einleiten möchte.
In der Sitzung des Stadtrates am 3. März präsentierte die CDU nun ziemlich überraschend ihre Kreisellösung. Verbandsbürgermeister Pretz wurde beauftragt, vom LBM zügig die Machbarkeit prüfen zu lassen.

Die CDU sagte zu, den Kreisel bei Nicht-Machbarkeit zu verwerfen.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie wurden vom LBM in der Stadtratssitzung am 19. Mai im öffentlichen Teil präsentiert. Die Ergebnisse können wie folgt zusammengefasst werden :

Leistungsfähigkeit des Kreisels
Der an der Kreuzung der B42 – L308 – K82 zusammenfließende Verkehr übersteigt die Leistungsfähigkeit auch eines überdimensionierten Kreisels mit einem Durchmesser von deutlich über 60 m. Kapazitätsreserven sind nicht vorhanden. Das heißt, im Berufsverkehr kommt es zu unerträglichen Staus.

Flächenverbrauch
Die B42 muss aus verkehrstechnischen Gründen großräumig ins Stadtzentrum von Vallendar verschwenkt werden. Hierdurch und durch den für deutsche Verhältnisse überdimensionierten Kreisel ist ein enormer Flächenbedarf erforderlich. Nicht nur das alte Aldi Gelände und das REWE Gelände, sondern auch die umliegende Bebauung werden in Mitleidenschaft gezogen.

Absenkung der B42 – L308 – K82
Damit die Bahnunterführung die erforderliche lichte Höhe von 4,80 m erreicht, müssen der Kreisel, die K82, die B42 um ca. 110 cm und die L 308 um ca. 200 cm abgesenkt werden. Dadurch wird die ohnehin geringe Hochwassersicherheit nochmals deutlich verringert. Das heißt, eine hochwasserfreie Anbindung der Insel Niederwerth über den Kreisel macht zusätzliche Hochwasserschutzmaßnahmen erforderlich, die Vallendar sonst in keinem Fall brauchte.

Bahnübergangsbauwerk
Es ist eine neue DB-Brücke erforderlich .Für die Behinderungen während der Bauzeit sind hohe Entschädigungen an die Bahn AG zu zahlen.

Düker
Die erforderliche Absenkung des Knotenpunktes erfordert eine Erneuerung der Bachverrohrung als Düker.

Planung und Realisierbarkeit
Die Planungszeiten und die erforderlichen Verhandlungen mit allen Beteiligten werden noch sehr viele Jahre in Anspruch nehmen. Der für diese Kreisellösung erforderliche ganz spezielle Hochwasserschutz mit Untergrundabdichtungen und druckwasserdichtem Ausbau der Binnenentwässerung und des damit verbundenen Retentionsraumverlustes stellt die Durchführung dieser Maßnahmen aus Sicht des LBM insgesamt infrage.

Kosten
Die vom LBM vorgeschlagene Lösung soll ca. 6,1 Mio € kosten. Der CDU Kreisel soll – wie in der Stadtratssitzung erläutert – nach vorsichtiger Schätzung über 20 Mio € kosten. In Deutschland ist es üblich, dass man sich auf die vernünftigste und preiswerteste Lösung einigt. Und auch nur die die wird von den Beteiligten bezahlt. Also müsste der über 6 Mio € hinausgehende Betrag von der Stadt Vallendar übernommen werden.

Frage
Da die CDU, nicht wie bei dem vorliegenden Ergebnis zugesagt, die Kreisellösung zurückgezogen hat, ist davon auszugehen, dass sie mit einer weiterhin absoluten Mehrheit diese zwar interessante aber bau- und genehmigungstechnisch hoch komplizierte und nicht zu bezahlende Lösung durchdrückt.

Wir sind der Meinung, dass die Vallendarer vor der Wahl wissen sollten, welche Kosten nach der Wahl bei dem Kreuz an der falschen Stelle auf sie zu kommen.
 
 

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