Verkehr(t) in Vallendar!? [mit Video]

Veröffentlicht am 08.04.2009 in Pressemitteilung

v. li. n. re. Fred Pretz, Katrin Wolf, Dieter Klöckner, Alfred Löhning und Carsten Kühl

Zum Bersten voll war der Saal der Stadthalle bei der Auftaktveranstaltung einer Serie von Informations- und Diskussionsveranstaltungen, zu der der Kandidat der SPD Vallendar, Dr. Alfred Löhning am 2. April erstmalig eingeladen hatte. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende und MdL. Dieter Klöckner begrüßte neben dem parteilosen Bürgermeisterkandidaten Löhning als weitere Teilnehmer der Podiumsdiskussion Staatssekretär Dr. Carsten Kühl und den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar, Fred Pretz. Gemeinsam diskutierten sie über die Verkehrssituation in Vallendar und über anstehende verkehrspolitische Maßnahmen. Fazit 1 der durch Katrin Wolf, TV-Mittelrhein souverän moderierten Diskussionsrunde: Es haben sich in Vallendar zahlreiche verkehrspolitische Probleme angehäuft, die ihrer Lösung harren. Fazit 2: Dr. Alfred Löhning tritt als parteiloser Bürgermeisterkandidat an, zum Wohle Vallendars überparteilich nach den besten Lösungen zu suchen.



Über hundert Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung von Dr. Alfred Löhning gefolgt, sich über die aktuellen verkehrspolitischen Maßnahmen in Vallendar zu informieren. Nach einer kurzen und prägnanten Einführung in das Wegenetz von Vallendar und dessen topographischen Besonderheiten durch Verbandsbürgermeister Fred Pretz wurde schnell klar, dass an vielen Ecken der Stadt die Infrastruktur nicht mit dem Anwachsen der Stadt standgehalten hat. Beispielsweise ist der Gumschlag in den letzten Jahren enorm gewachsen, die Zufahrt aber noch immer nur durch enge Gassen und Straßen möglich. Lösungsmöglichkeiten, wie z.B. die direkte Anbindung des Gumschlags an die L 308 unter Umgehung des Ortskerns, wären erstrebenswert, aber natürlich sehr aufwendig.




v. li. n. re. Fred Pretz, Katrin Wolf, Alfred Löhning und Carsten Kühl


Einen weiteren wichtigen Punkt in Sachen Verkehrsführung stellt die hochwasserfreie Anbindung der Inselgemeinde Niederwerth an Vallendar dar. Seit einigen Tagen ist eine Planung der CDU-Fraktion im Stadtrat publik, in dem von einer Trogführung einer Anbindung unter dem Bahndamm-Viadukt hindurch in einem zu schaffenden Kreisel B42/Westerwaldstraße ausgegangen wird. Dem gegenüber steht ein nach langjähriger, aufwendiger Planungszeit entstandener, realisierbarer Entwurf eines Bahnüberfliegers mit Mündung an der ESSO-Tankstelle, der bisher von allen im Stadtrat vertretenen Parteien bis auf einige Abstimmungsprobleme im Wesentlichen getragen wurde. Das für Vallendar reizvolle an dieser Variante ist, dass eine Drittelfinanzierung durch Deutsche Bahn, Bund und Kreis die Stadt Vallendar finanziell freistellen würde. „Der Antrag ist vom Landesbetrieb Mobilität geprüft und von allen Fraktionen im Stadtrat seinerzeit befürwortet worden. Auf einmal will die CDU davon nichts mehr wissen und schmeißt alles über den Haufen. Stattdessen präsentiert sie eine Variante, die nicht realisierbar ist“, betonte Pretz. Zum einen müssten für die Unterführung nach den bisherigen Planungen der CDU zwei Bögen des Bahnviaduktes von 1880 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt werden. Dazu muss man wissen, dass die rechtsrheinische Bahntrasse die hinsichtlich des Verkehrsaufkommens und der beförderten Tonnage am stärksten befahrene Gütertrasse Deutschlands ist. Die Unterbrechung der Bahnverbindung für Umbauten am Viadukt – wobei Fragen der Statik offensichtlich nicht in die Überlegungen eingeflossen sind - ist geradezu ausgeschlossen. „Sie müssen sich buchstäblich vor Augen führen, dass der Entwurf der CDU zusätzlich eine 2,50 Meter hohe Mauer an der Uferpromenade des Rheins vorsieht. Und zwar auf der ganzen Länge. Eine einladende Promenade sieht anders aus! Wo sollen auch die Personenschiffe anlegen? Das sarkastische am CDU-Antrag ist aber, dass das durch die Mauer abgehaltene Hochwasser sich anderswo seinen Weg sucht – Richtung Niederwerth. Die Niederwerther haben dann zwar einen hochwasserfreien Zugang Richtung Vallendar, aber alle Straßen auf der Insel stehen dann schon unter Wasser“, mahnt Pretz plakativ. Ganz abgesehen von zwei unterirdischen Bachläufen, die im Bereich des neu zu planenden Kreisels Westerwaldstraße verlegt werden müssten. Jeder, der die schrecklichen Bilder aus Köln vom Einsturz des Stadtarchivs vor Augen hat weiß, was umgeleitetes unterirdisches Wasser verursachen kann. „Die neue Planung soll laut Stadtratsbeschluss vorurteilsfrei geprüft werden. Wichtig ist nur, schnellstens zu einer gemeinsamen Entscheidung über die zukünftige Anbindung von Niederwerth zu kommen. Denn an dieser Entscheidung hängen so viele weitere Projekte der Stadt Vallendar, wie z.B. die neu zu planende Stadt- und Kongresshalle, die Führung der B 42, die Gestaltung des Eingangstors zur Stadt Vallendar im Rahmen des Einzelhandelskonzeptes und der Hochwasserschutz. Man muss sich das mal vorstellen: Zwischen Rüdesheim und Bonn ist in Vallendar der tiefste Punkt der B42“, so Löhning. Genau hier hakte Katrin Wolf ein und wollte von Alfred Löhning wissen, wie er seine Rolle als potenzieller Stadtbürgermeister in einem solch verfahrenen Fall sehen würde. „Als parteiloser Stadtbürgermeister sähe ich mich vor allem als Vermittler, als Mediator. In diesem wie in vielen anderen Fällen gilt doch: Auf allen parteipolitischen Seiten gibt es kompetente und erfahrene Personen, die eine Menge zur Sache beizutragen haben. Ich will dies bündeln und zum Wohle Vallendars zu einem Ziel bringen. Es kann doch nicht sein, dass hier wider die Vernunft gehandelt wird: Wahlkampf hin - Wahlkampf her“ und „Parteipolitik hin - Parteipolitik her“, so Löhning.




Über 100 Vallendarer Bürgerinnen und Bürger waren zu der Veranstaltung gekommen.


Ein weiteres Dauerthema wurde angesprochen: Der Radweg zwischen Vallendar und Bendorf. Zwei Varianten standen seinerzeit zur Diskussion: Eine sofort realisierbare, zu 100 Prozent vom Land getragene und sichere Streckenführung entlang der B42, abgetrennt durch Leitplanken und Grünstreifen. „Diese, vom Land verwaltete Bundesmittel sind aller Wahrscheinlichkeit nach n i c h t umzuwidmen, dass heißt, das Geld kann nicht auf ein anderes Projekt übertragen werden. Vallendar würde ein Geschenk ausschlagen, nach dem sich andere Gemeinden die Finger lecken“, so Staatssekretär Carsten Kühl. Demgegenüber steht eine, von der SPD nicht grundsätzlich abgelehnte, sondern nur zu einem späteren Zeitpunkt zu realisierende Variante einer Streckenführung am Rheinufer entlang. „Touristisch und landschaftlich ohne Frage die ansprechendere Variante“, so Pretz. „Aber was, wenn hier etwas passiert? Täglich fahren Schülerinnen und Schüler von Bendorf nach Vallendar in die Schulen und umgekehrt. Sie müssten bei der CDU-Variante dann einen einsamen und isolierten Weg nehmen, der nicht einsehbar ist und vielen Gefahren Vorschub leistet. Was, wenn der Weg durch Hochwasser unpassierbar ist? Dann müssen die Radfahrer an einer ungesicherten B42 fahren. Direkt neben den Autos. Und: Hier befinden wir uns im Naturschutzgebiet. Die Kosten, die allein die Stadt Vallendar zu tragen hätte, wären enorm!“, so Pretz weiter. Dr. Löhning wünschte sich auch lieber den Radweg am Rheinufer, hält ihn aber mit Blick auf die Planung im FFH-Gebiet und die Finanzierung in den nächsten Jahren schwierig zu realisieren. „Da nehme ich doch lieber den bezahlten Spatz in der Hand als die imaginäre und zudem teure Taube auf dem Dach.“

Ausführlich wurde über die Frage des innerörtlichen Verkehrs – ÖNPV – in Vallendar und der Verbandsgemeinde diskutiert. In Vallendar ist wegen der topographischen Lage einer Drei-Berge-Stadt, bestehend aus Mallendarer Berg, Gumschlag und halbe Höhe zu Weitersburg eine besondere Situation. Desgleichen sind auch die Bewohner in Mallendar sowie in den Ortsgemeinden Niederwerth und Weitersburg auf Verbindungen nach Vallendar zu Einkäufen, Arzt- und Apothekenbesuchen, Verwaltungsangelegenheiten oder auch nur zum Kaffeeplausch oder Besuch von Freunden und Angehörigen in Vallendar angewiesen. „Viele ältere Menschen schaffen den Weg in die Stadt nicht mehr, wollen aber auch nicht ständig fremde Hilfe in Anspruch nehmen. Durch die Schaffung einer regelmäßigen Kleinbusanbindung in die Stadt kann diesen Seniorinnen und Senioren die gesellschaftliche Einbindung erhalten bzw. verbessert werden.““, so Löhning.

Nach so viel fundierter Information schloss sich eine rege Diskussion der Bürgerinnen und Bürger mit den Podiumsteilnehmern an. Es zeigte sich hierbei, wie aus mehreren Gründen verzerrt die Informationslage in Vallendar zu verschiedenen Themen ist. Es zeigte sich aber auch, dass die Vallenderer Bürgerinnen und Bürger spürbar die Nase voll haben von parteipolitischen Zwängen und Grundsatzdiskussionen, wenn es um lokal-politische Sachfragen geht.

Der Hinweis auf die nächste Veranstaltung zum Thema „Neue Stadt- und Kongresshalle“ wurde hörbar durch die Probeklänge der Vallendarer Tröteköpp untermalt. „Das ist leider eine Realität in Vallendar: Die Vereine haben nicht ausreichend Platz zum Proben und müssen sich begrenzten Raum teilen. „Dies zu ändern, muss oberstes Ziel bei den Planungen für eine neue Stadt- und Kongresshalle wie auch für unsere bisherige Stadthalle sein“, unterstrich Löhning unter Beifall.



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